Geschichte von Palace St. George

Am 11. März 1904 hatte der 44. Rheinische Provinziallandtag die Errichtung einer Rheinischen Provinzial Fürsorge- und Erziehungsanstalt für schulentlassene Fürsorge des weibliches Geschlechts und katholischen Bekenntnisses beschlossen. Im Frühjahr 1907 wurde mit dem Bau der Rheinischen Provinzial Fürsorge- und Erziehungsanstalt begonnen. Die Arbeiten dauerten bis in den Spätsommer des Jahres 1909 an. Am 01. Oktober des gleichen Jahres wurde der Anstaltsbetrieb schließlich aufgenommen. Das Anstaltsgelände umfasste 17 Einzelgebäude. Neben dem Verwaltungsgebäude und der Kirche existierten fünf Zöglingshäuser, ein Haus für Lungenkranke nebst Lazarett, ein Isoliergebäude, ein Werkschaftsgebäude, Kessel- und Maschinenhaus, Schule und Ökonomiehof, Pfarr- und Beamtenhaus, eine Gärtnerei und ein Holz- und Feuerlöschgeräteschuppen.

Im Obergeschoss des Kirchen- und Schulgebäudes befand sich der eigentliche Kirchenraum – heute der Veranstaltungssaal (sog. Prinzensaal) des Palace St. George. Zu Zeiten der Zöglingsanstalt diente ein Teil des Erdgeschosses als zentrale Badeanlage. Auch die Soldaten der Britischen Rheinarmee nutzten die Räume zum Duschen. Heute befinden sich dort Gourmet- Restaurant und Bistro. Im hinteren Teil des Erdgeschosses befand sich früher zudem der Festsaal, der als Veranstaltungsraum wie auch als Turnraum genutzt wurde. Im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes befanden sich Direktoren- und Konferenzzimmer sowie eine Bibliothek, die gleichzeitig als Büro für die Geistlichen diente. Zudem gab es im Erdgeschoss drei zusätzliche Arbeitszimmer, an die sich die Pförtner- Wohnung anschloss. Im Obergeschoss befanden sich die Schlafräume der Pförtner-Wohnung wie auch – direkt über den Büroräumen im Erdgeschoss – die Wohnräume des Direktors.

Seitdem die Britische Rheinarmee Anfang der Neunziger Jahre mit dem Abzug begann, stand die Kirche leer.

Recherchen zu folge war die Kirche ursprünglich der Heiligen Barbara gewidmet, die auch die Schutzpatronin des nach dem Zweiten Weltkrieg dort stationierten Regiments der Britischen Rheinarmee war. Die Kirche durfte jedoch – als die Gottesdienste nach der Renovierung in den Fünfziger Jahren wieder aufgenommen wurden – den Namen St. Barbara nicht tragen, da es im Raum Mönchengladbach bereits ein Gotteshaus gleichen Namens gab. So fiel die Wahl auf den Heiligen Georg. Das Fenster wurde in den Fünfziger Jahren in den 37 Rhein Workshops REME auf der Lürriper Straße in neun Teilen gefertigt und ist handgemalt. Das Gebäude, welches im Bauprogramm für die Rheinische Provinzial Fürsorge- und Erziehungsanstalt der Einfachheit halber die Bezeichnung Kirche und Schule erhalten hatte, diente verschiedensten Zwecken. Unterhalb des Fenstersaales befanden sich eine Kegelbahn und ein Beamtenkasino mit zwei Gesellschaftsräumen für das Personal der Zöglingsanstalt. Die britische Rheinarmee nutzte das Souterrain des Kirchenschiffes auch als Theater und Kinoraum.

Im September 2005 begann die behutsame Renovierung des Gebäudes, welches am 16. Oktober 2006 offiziell als „Palace St. George“ eröffnet wurde.